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Die Philosophie des Yoga

Yoga ist eines der sechs klassischen indischen Philosophiesysteme, den "Darsanas". Allerdings ist es keine nur theoretische Philosophie nach abendländischem Verständnis, sondern eine praxis- und erfahrungsorientierte Philosophie. Das "Yoga-Darsana" beinhaltet in erster Linie die Yoga-Sutras (Aphorismen) des Patanjali und die dazugehörige Kommentarliteratur. Die Yoga-Sutras des Patanjali sind einer der ältesten und wichtigsten Texte, die sich ausschließlich mit Yoga beschäftigen.

Patanjali stellt fest, was den Menschen in seiner Selbsterkenntnis und seinem Wachstum behindert und zeigt einen Übungsweg auf, um das dadurch verursachte Leid zu überwinden. Dazu beschreibt er weniger detaillierte Yoga-Übungen als zu Grunde liegende Erkenntnisse und Prinzipien.

Als Definition und gleichzeitig Ziel des Yoga heißt es bei Patanjali:
"yogas citta vritti nirodah" (Yoga ist jener innere Zustand, in dem die seelisch-geistigen Bewegungen zur Ruhe kommen.)

Dazu soll der Astanga-Yoga, der achtfache Pfad, der in den Yoga-Sutras unter anderem beschrieben wird, führen. Seine acht aufeinander aufbauenden und sich gegenseitig durchdringenden Glieder sind:

  • Yama und Niyama: ethische Grundwerte als Richtlinien für die Yogapraxis und den Alltag
  • Asana: rechte Sitzhaltung
  • Pranayama: Atemlenkung
  • Pratyahara: Zurückziehen der Sinne nach innen
  • Dharana, Dhyana und Samadhi: drei Stufen zunehmender Sammlung / Meditation